Ein Atemzug - Haikumomente

  Aus der Serie „Ein Atemzug“

Meine Haikufotografien entstehen gelöst von der Suche nach dem perfekten Motiv und sind eine Mischung aus Meditation und dem fotografischen Abbild. 

Sie sind im Stil der Zenästhetik aufgebaut: sie steht für Einfachheit, Natürlichkeit und der Verbundenheit mit der Natur. Die Motive handeln vom Werden und Vergehen der Dinge und verweisen dabei auf den Kreislauf des Lebens.

Bei der Gestaltung wird Unnötiges weggelassen. Durch den schlichten Aufbau kommt die innere Kraft des Dargestellten zur Geltung, nichts lenkt von der Wahrnehmung ab. Zen-Fotografie kann unmittelbar und direkt die Gefühle ausdrücken, die bei der Betrachtung von etwas Schönem entstehen, manchmal auch verbunden mit dem Bewusstsein der Vergänglichkeit der Dinge. Ein weiteres Gestaltungsprinzip ist es, Aussagen nur anzudeuten, so dass der Betrachter das Bild im Geiste vollendet. Ein Zen-Bild kann Leere und weiten Raum darstellen, einen flüchtigen Augenblick einfangen oder sich auf ein Detail konzentrieren, ebenso wie es in der Meditation möglich ist.

Haiku Aufnahmen entstehen allerdings nur dann, wenn die Fototechnik aus dem Unterbewusstsein heraus beherrscht wird und diese keine Denkvorgänge mehr abverlangt. Mein besondere Blick gilt dabei der Reduktion und Abstraktion

Der Moment ist ein Impuls und aus dem Impuls heraus entsteht ein Gedanke und der Gedanke formuliert augenblicklich das Bild. 

Ich muss diesen Moment verstehen, empfinden und kann diesen Moment dann mit der Kamera formulieren. 

Das Haiku ist kein Motiv – es will nur sein. Es ist ein kleines Geschehnis, ein Haikumoment.


Auszug aus meiner Arbeit aus dem Jahr 2022/23.